Fächerübergreifendes Projekt der 11f im Februar 1997
Cascal Küttner & Stephan Schneider


Renaissance & Humanismus

Definition:

Mit Renaissance (frz.Wiedergeburt) bezeichnet man im allgemeinen den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit (ca.14.-16.Jh), oder im engeren Sinne die kunstgeschichtliche Epoche des 15./16.Jahrhunderts.
Mit Humanismus (lat. humanitas = Menschlichkeit) bezeichnet man die geistesgeschichtliche Bewegung des 14.-16.Jh. (d.h.es wurden erstmals seit der Antike wieder Geisteswissenschaften gelehrt, nicht nur Theologie).
In dieser Epoche, in der der Mensch seinen Geist frei entfalten konnte, entstand das Bild vom Menschen als Individuum. Diese Art des neuen Denkens wirkte sich sowohl auf die Naturwissenschaften als auch auf Philosophie und Literatur aus.
Aber ganz besonders spiegelte sich dieser Wandel in der Bildenden Kunst (Malerei) wider, in der die zweidimensionale von der räumlichen Darstellung abgelöst wurde. Erstmalig seit der Antike wurden wieder Portraits und sogar nackte Menschen gemalt. Ein früher Vertreter der Renaissancemalerei war Giotto (1266?-1337). Weitere wichtige Maler dieser Zeit waren Botticelli (1444-1510), Leonardo da Vinci (1452-1519), Raffael (1483-1520), Michelangelo (1475-1564), Tizian (1489-1576, und in Deutschland Albrecht Dürer (1471-1528).
Dieser Wandel zeigte sich ebenso in der Musik. Ganz im Gegensatz zu diesem neuen Denken stand die Hexenverfolgung (ca.16-18Jh.).

Herkunft:

Die Anfänge der Renaissance fanden sich in den Stadtstaaten Mittel-Italiens, vor allem in Florenz. Bedingt durch die zentrale Lage im Mittelmeerraum wurde der Fernhandel gefördert, wodurch diese Stadtstaaten ihren wirtschaftlichen Wohlstand erlangten. Materielle Probleme gerieten immer weiter in den Hintergrund, und nun hatten auch Normalbürger eher die Möglichkeit sich zu bilden. Auch auf Gebieten, welche ihnen im Mittelalter verschlossen geblieben waren. Lesen und Schreiben blieben nicht mehr einzig und allein den geistigen Eliten vorbehalten. Man studierte die Theorien und Erkenntnisse antiker Philosophen und Wissenschaftler und baute auf diesen auf. Johannes Gutenberg (1397-1468) ermöglichte es mit der Erfindung des Buchdrucks, die neuesten Theorien und Erkenntnisse in kürzester Zeit in ganz Europa bekannt zu machen. Durch hohe Auflagen wurden Bücher billiger und die Allgemeinbildung stieg. Die Erforschung der alten Literatur führte nicht zuletzt auch zur Neuentdeckung der naturwissenschaftlichen und technischen Arbeiten der Antike. Dies war ein Anstoß zu einer nunmehr praktischen und durch Experimente belegten, beobachtenden und messenden Wissenschaft (Empirismus), die sich von der starren Ideologie der Kirche löste.

Ergebnis:

Aus der Renaissance entstand die Neuzeit. Die Renaissance ist eigentlich nichts Anderes als die Zeit des Erwachens. Die Menschheit erwacht aus einem jahrhunderte langen Schlaf, dem Mittelalter, und beginnt sich an einen längst geträumten Traum wieder zu erinnern, nämlich der Antike. Die in dieser Epoche gesammelten Erkenntnisse und Theorien sind wahrscheinlich der Ursprung für das so rasche vorankommen unserer heutigen Forschungen und unserer sozialen Einstellung. Hätte es keine Renaissance gegeben, wären wir vielleicht eine total fundamentalistische Gesellschaft geworden. Höchst warscheinlich würden wir heute noch der Kirche glauben, daß die Erde eine Scheibe ist. Die Renaissance war also eine Art Revolution, der Gewinn daraus war die Menschlichkeit und das Recht des freien Denkens.

Quellennachweis:
- Geschichte 1 - kurz u. klar
- Epochen u. Strukturen, hg. v. J. Geiss u.a., Diesterweg-Verlag, Ffm 1994
- Brockhaus Lexikon

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