Fächerübergreifendes Projekt der 11f im Februar 1997
Hans Bingula, Dr. Jürgen Poloczek


Über Entstehung und Verlauf des Projektes

Dieses Projekt greift einen Themenvorschlag auf, den eine Arbeitsgruppe auf Pädagogischen Tagen des ERS 1-Kollegiums im Zeitraum Herbst 1995 bis Frühjahr 1996 unterbreitet hat. Der Vorschlag an die Geschichtsklasse 11f ist von den SchülerInnen mit deutlicher Mehrheit angenommem worden. Nach einschlägiger Lektüre (Literatur, Projektberichte etc.) habe ich nachfolgenden Projektplan vorgeschlagen, der im wesentlichen auch in dieser Form realisiert wurde:

- Thema: Renaissance - Humanismus - Hexenverfolgung

- Projektkern: Erarbeitung von diversen Einzelthemen (vgl. Titelseite) in Arbeitsgruppen im Geschichts-und Gemeinschaftskundeunterricht

- Projektrahmen: Erweiterung der Themenpalette in einzelnen Unterrichtsfächern, in denen das Projektthema jeweils fachspezifisch aufgegriffen wird

- Studientag I: Einführung in das Projektthema mit zwei Dokumentarfilmen und einer Autorenlesung : Dagmar Scherf aus Friedrichsdorf /Ts. liest poetische und Sachtexte über Hexen

- Arbeitsphase von 3 Wochen, in der die Einzelthemen in Gruppen erarbeitet werden (Schul- und Stadtteilbibliotheken, Museen, Ausstellungen)

- Studientag II: Präsentation der Arbeitsergebnisse durch die einzelnen Gruppen (Vorträge, kleines Chor- und Instrumentalkonzert, Infoplakate usw.)

- Teilnahme der am Projekt beteiligten FachlehrerInnen an den beiden Studientagen.

Eine Schülerbefragung am Ende des Projektes ergab ein durchweg positives Echo: Die SchülerInnen heben das freie Arbeiten im Rahmen des Projektes hervor, was nicht zuletzt zu intensiverer Mit- und Zusammenarbeit geführt habe, und schließlich möchten sie im neuen Schuljahr erneut ein derartiges Projekt zu einem anderen Thema durchführen.


Zur Didaktik multimedialer Lernsysteme

Vernetztes Wissen: das künftige Prinzip der Wissensvermittlung besteht aus der Vernetzung von Informationen. Die üblicherweise lineare Anordnung eines Buches wird unterbrochen durch Querverweise ("Links", bzw. "Hyperlinks") zu anderen Stellen der Texte, an denen einzelne wichtige Punkte genauer erläutert werden, an denen ausführliche Ergänzungen dazu geboten werden, die nicht jeder gleichermaßen intensiv lesen will oder muß. Dennoch zieht sich ein "roter Faden" durch die Gesamtheit der Dokumente, es wird eine "natürliche" Lesefolge empfohlen, die dem Leser alle wichtigen Informationen bietet.

Die Darstellung der Ergebnisse des Projektes in dieser Form ist der Entwurf eines Multimedialen Lernsystems, das neben der Integration von Texten, Bildern und Klängen den Texten in ihrer Gesamtheit eine Hypertextstruktur aufprägt, d. h., es gibt Querverweise zwischen den Texten, einige Exkurse dienen dazu, bestimmte Stellen genauer zu erläutern, Bilder zeigen Einzelheiten, Musikbeispiele sind hörbar.

Diese Art einer Ergebnispräsentation stellt den Gedanken des assoziativen Vorgehens in den Vordergrund. Lernen wird als zirkulärer mentaler Prozeß aufgefaßt von Selbstorganisation und Selbstkonstruktion, der eigenaktiv, selbstverantwortet, entdeckend, kooperativ und kommunikativ abläuft. Es ist ein Prozeß, in dem Information in Wissen (rück-)verwandelt wird. Zwischen Information und Wissen wird unterschieden: In den Medien ist Wissen kodiert und steht so "außerhalb der Gehirne" als Information für andere zur Verfügung. Individuelles Lernen geschieht durch Interpretieren, Bewerten und Einordnen (in bereits vorhandene Wissensnetze). Es liegt ja auch ein Problem des Lernens darin, daß isoliertes Wissen schneller vergessen wird, als solches, das in Zusammenhängen gelernt wird. An dieser Stelle setzen Multimediale Lernsysteme an, die als notwendige Bedingung für das Lernen hinreichend komplexe Sinn- oder Sachzusammenhänge schaffen und damit einen Rahmen für "das Ganze" erstellen, in dem natürlich wieder Details bearbeitet und in den Zusammenhang gebracht werden müssen.

Bisher existente Multimediale Lernsysteme, wie das Grüne Klassenzimmer sind sehr aufwendig in der Herstellung, die wesentlichen Aspekte eines solchen Systems treten aber auch bei Systemen mit wenigen Dutzend Seiten, die untereinander verknüpft sind, auf.


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