Fächerübergreifendes Projekt der 11f im Februar 1997
Natascha Wenzel


Fränkische Patrizier: Pirckheimer und die Fugger

Willibald Pirckheimer

Willibald Pirckheimerwurde etwa Ende des 15 Jhs. geboren und starb am 22.12.1530. Er war in dieser Zeit so etwas wie ein „ Nationalheiliger" als Ratsherr und Humanist . Er war der Koordinator und Sprecher der Humanisten. Man sagt über ihn, daß er viel Phantasie und viel politisches Fingerspitzengefühl hatte. Ebenso interessierte er sich für allerlei Dinge und hatte viele künstlerische , naturwissenschaftliche und musikalische Kenntnisse. Er übersetzte heidnische und frühchristliche Autoren und hatte Beziehungen zu berühmten Künstlern , Reformatoren, Humanisten, Staatsmännern und Politikern. Er war einer der größten Bildungspolitiker zwischen Gotik und Renaissance, denn er führte die griechische Sprache neben dem Latein in den Gymnasien ein und setzte dadurch einen neuen Lebensstil in der zentraleuropäischen- Gesellschaft durch. Pirckheimer war in Nürnberg Ratsherr, er war ein Soldat und Diplomat, er war kaiserlicher Berater und Außenminister der Kaiser Karl I und Maximilian. Ebenfalls war er ein Schriftsteller , großer Denker und Grammatiker. Mit seinen Eigenschaften und seinem übergroßen Können war er ein Universalgelehrter des Humanismus. Als einer der ersten erkannte Pirckheimer , daß man nach der Entdeckung Amerikas Überseehandel treiben könnte und versuchte aus diesem Grund mit Nürnberg an diesem Überseehandel teilzuhaben. Er bemerkte, daß viele Menschen sowohl im Militär als auch in seinem eigenen Rat rückwärts gewandt dachten; da er erreichen wollte, daß man anfing neu zu denken, wollte er in seinem Rat ein neues Regiment und ein neues Regierungssystem einführen. Das Papsttum war für Pirckheimer zu Ende und deshalb unterstützte er die Reformation, indem er antike Schriftsteller übersetzte , womit ihm der Kirchenbann aus Rom drohte. Pirckheimer sah Luthers Bibelübersetzung als Tat eines echten Humanisten an, aber er verwarf die Reformation trotzdem, weil er wußte, welche Folgen sie haben würde. Albrecht Dürer war ein guter Freund von Willibald Pirckheimer; deshalb öffnete Pirckheimer Dürer die Türen zu Italiens großen Künstlern und lehrte ihn auch viele Dinge wie z.B. die Philosophie der Stoa. Somit wandelte sich A. Dürer zum Maler der Renaissance. Pirckheimer übersetzte Dürers Bücher, damit diese als ein neues Denksystem dienen konnten. Pirckheimer hat viel für den deutschen Sprachraum als Humanist und als Privatgelehrter getan, ebenso viel wie für Mittel- und Westeuropa. Wenn man all seine Taten zusammenzieht, bemerkt man, daß er ein großer und erfolgreicher Mann der Reformation gewesen ist. Als Pirckheimer starb, widmete ihm zu Ehren der Lordkanzler Thomas Morus zwei Teile seines Werkes „ UTOPIA" und Erasmus von Rotterdam schrieb einen Brief , um ihn als Zeitgenossen zu ehren.

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Quelle: - Christoph von Imhoff - Artikel aus der Allgemeinen Zeitung , Mainz, vom 17.12.1980


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