Fächerübergreifendes Projekt der 11f im Februar 1997
My-Tam Tchenh


Höfe und Adel

Die Architektur war damals in der Renaissance-Zeit wichtig, da sie als ein Symbol des Reichtums und des Machteinflusses galt. So konnten die Adligen ihre Machtbefugnisse erweitern. Zu den Bauten gehörten auch die prunkvollen Gärten, die sie mit dem Paradies Gottes in Verbindung brachten. Exotische Früchte in Gärten waren ebenfalls ein Symbol für Reichtum. Für junge Adlige galt es, durch Kavalierstouren (Kavalier = Adliger Ritter) Erfahrungen zu sammeln und später prunkvolle Schlösser erbauen zu können. Es kam aber auch vor, daß den jungen Adligen eine Reise verboten wurde, wenn sie die einzigen Nachfolger waren und die Finanzen im eigenen Familienbesitz bleiben sollten.

Zur höfischen Jagd

Die Jagd stellte einen wesentlichen Teil des fürstlichen Lebens dar. Es war ein wichtiger Bestandteil der höfischen Erziehung eines jungen Adligen, da ein vollendeter Kavalier die Jagdkunst beherrschen mußte. Die höfische Jagd diente nicht mehr nur als Nahrungserwerb, sondern auch als eine Art sportlicher Zeitvertreib. Es wurde eine besser funktionierende Organisation geschaffen mit einem eigenen Jagdhofstaat, in dem immer mehr Bedienstete, Helfer, Netze, Schußwaffen und sonstige Gerätschaften sowie Pferde, Hunde für die Jagd zur Verfügung gestellt wurden.

Das Turnier

Die Ritterspiele entstanden im 11. Jh. in Frankreich und wurden von dort übernommen. Im 12. Jh. wurde das Turnier erstmals in Deutschland erwähnt. Damals gab es drei verschiedene Hauptformen der Ritterspiele: 1. es geht hauptsächlich um die Vorführung der Geschicklichkeit im Reiten und in der Waffenführung, 2. zwei Gruppen, die gegeneinander kämpften, 3. Einzelkampf zwischen zwei Rittern mit Lanzen.

Zunächst waren die Turniere militärische Wettkämpfe, die die Ritter für einen Krieg trainierten. Im Turnier trugen sie Rüstungen und benutzten Waffen wie im Krieg. Die Turniere endeten meistens mit sehr schweren Verletzungen. Die Ritterspiele entwickelten sich mehr und mehr zu einem formalisierten sportlichen Wettkampf mit Regeln, Schiedsrichtern und Preisen, die es zu gewinnen gab. Die Sicherheit wurde zu einem wichtigen Bestandteil, so daß spezielle Turnierrüstungen, -sättel und -waffen entwickelt und benutzt wurden. Seit dem 12. Jh. gehörte das Turnier zu den höfischen Festen (Hochzeiten, Taufe, Königsbesuche, etc.). Damen, Sänger, Dichter und Spielleute sind miteinbezogen und sorgten für Unterhaltung. Mitte des 16. Jh. wurden Pistolen das wichtigste Ausrüstungsstück der Kavalleristen. Schwer ausgerüstete Ritter mit Lanze waren tabu, wendige und mobile, schnelle Ritter waren jetzt gefragter. Es gab auch eine andere Übung zu Pferde, die populär war und die im 17. Jh. bis 18. Jh. zunahm, nämlich das „Ringrennen". Das Ringrennen war das beliebteste der Ritterspiele. Es wurde auf fast jedem höfischen Fest veranstaltet. Bei diesem Rennen mußte man auf einen Ring zureiten, der zwischen zwei Pfeilern meist ungefähr auf Schulterhöhe des Anreitenden hing. Beim Anreiten versuchte der Reiter den Ring mit seiner Lanze oder seinem Schwert zu treffen.

Quellen: Erdengötter - Fürst und Hofstaat in der Frühen Neuzeit, Marburg 1997, Ausstellungskatalog


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