Fach: Kunst


Thema: Porträtmalerei in
Gemeinschaftsarbeit


Einstieg/ Ideenentwicklung:

Ziel des Unterrichtsprojektes ist es, verschiedene Gestaltungsmodi der Malerei in der eigenen praktischen Arbeit auszuprobieren. Zugleich sollte es um das Porträt als eine Gattung der Malerei gehen. Der Wunsch, ein Gemeinschaftswerk zu schaffen, kam aus der Gruppe. Als Bildmotiv eignete sich ein Porträt von Ernst Reuter in Überlebensgröße, von dem jede Schüler nur einzelne Teile übernehmen sollte, so dass sich das Bild wie ein Puzzle zusammenfügt. Bei Vorgesprächen über das Projekt dienten von mir selbst erstellte Farbproben in kleinem Format zur Motivationssteigerung, selbst mit ähnlichen Farbspuren zu experimentieren.

Erarbeitung I:

Das Porträt sollte nach dem Prinzip der Tontrennung gemalt werden, d.h. hier kam es nur auf die wichtigsten Licht- und Schattenwerte an und nicht auf eine realistische Wiedergabe des Gesichts. Um den Kontrastwert der fotografischen Abbildung zu steigern und den Helligkeitsverlauf auf drei Tonstufen zu reduzieren, nahmen wir uns das Grafik-Programm Photoshop zu Hilfe. Zeitgleich wurden dreißig weiße quadratische Papierbögen im Format 30 x 30 cm aneinander an die Wand des Kunstraumes befestigt, die aneinandergrenzend genau das Format des Gesamtbildes, nämlich fünf Papierbögen in der Breite mal sechs in der Länge ergaben. Die zuvor per Computer bearbeitete Abbildung wurde auf OH-Folie ausgedruckt und in der Zielgröße des Bildes (150 x 180 cm) an die Wand des Kunstraumes, genau auf die Papierbögen projiziert. Nun konnten die Helligkeitsstufen auf der OH-Folie direkt auf dem Papier mit Kohle nachgezeichnet werden. Jeder Schüler wählte nun willkürlich zwei bis drei Papierbögen, die nun als zeichnerische Vorskizzen im Originalformat des Bildes verwendet wurden mit einer genauen Angabe der Tonstufen und der Formen.

Erarbeitung II:

Die Vorskizzen konnten nun auf selbst gespanntem und grundiertem Leinstoff malerisch übertragen werden. Dabei hatte jeder Schüler die Aufgabe, eine besondere Farbrichtung, Flächenstruktur und einen besonderen Pinselauftrag zu wählen und so einzusetzen, dass sowohl ein Einzelbild mit individueller Handschrift entstand, als auch eines, dass in der Gesamtwirkung nicht zu sehr aus dem Rahmen fiel, so dass das Porträt noch erkennbar blieb.

Erarbeitung III und Präsentation:

Das Ergebnis des Unterrichtsprojektes wurde in zweifacher Hinsicht präsentiert: das Original wurde erstens dauerhaft an eine Wand an einer zentralen Stelle in der Schule angebracht, zweitens wurde eine multimedial aufbereitete Version auf der schuleigenen Homepage veröffentlicht. Dabei beinhalten verschiedene Einzelfelder der Grafik aktive Links, die zu informativen Auskünften über Ernst Reuters Leben führen. Somit erhielt das analoge Arbeiten durch zusätzliche spätere digitale Umsetzung eine wertvolle Ergänzung. Dies verhalf den Schülern nicht nur zu mehr Medienkompetenz, sondern bot ihnen auch die Gelegenheit, verschiedene Präsentationsformen eines Gemeinschaftswerkes zu nutzen und miteinander zu vergleichen.

Das fertige "multimediale Bild" finden Sie hinter diesem Link.