Fach: Biologie & Ethik


"Lernprogramm Gentechnik" von Cornelsen


Nur Text   Mit Folien (24Mb)

Einstieg:
Nach der Behandlung des Sachgebiets "DNA", in dessen Verlauf bereits einige der unter "Werkzeuge und Methoden - Arbeiten mit Bakterien und Bakteriophagen" vorhandene Animationssequenzen zur Veranschaulichung mit dem Beamer gezeigt wurden, stand die Betrachtung des Humangenomprojekts an. In einem brainstorming zum Einstieg zeigte sich eine kritische bis ablehnende Haltung vieler Schülerinnen und Schüler zum Thema Gentechnologie. Im Verlauf der anschließenden, z.T. recht emotional geführten Diskussion wurde deutlich, dass sowohl Chancen als auch Risiken dieses sich rasch entwickelnden Forschungsgebietes nur im jeweiligen Einzelfall und nur auf der Basis des nötigen Faktenwissens zu beurteilen sind.

Erarbeitung I:
Die Zeittafel der genetischen Erkenntnisse (s. Ausschnitt im Anhang) vom Jahre 1865 bis 2001 gibt einen ersten Überblick und zeigt die stark beschleunigte Entwicklung. Sie wurde als ausgedruckter Screenshot (s. Anhang) ausgegeben und mit dem Beamer gezeigt. Nahezu alle Unterpunkte enthalten weitere Informationen, deren Bearbeitung, so wurde schnell klar, im Plenum nicht zu bewältigen ist. Eine arbeitsteilige Vorgehensweise bot sich an und wurde in einem mit der entsprechenden Anzahl von PCs ausgestatteten Fachraum (ein PC für je 2 SchülerInnen) umgesetzt. 9 Gruppen von 2-3 Schülerinnen erhielten den Auftrag, je eine der wichtigsten Methoden der Gentechnologie zunächst mit dem Lernprogramm ("Werkzeuge und Methoden - Gentechnische Arbeitsweisen") und vertiefenden Internetrecherchen zu erarbeiten und dann anhand der Animationen der Software, ergänzt mit einem Arbeitsblatt, im Plenum vorzustellen.

Erarbeitung II:
Auf dieser Wissenbasis war die exemplarische Betrachtung einiger der vorgegebenen, realitätsnahen Fallbeispiele ("Verfahren der Gentechnik - Anwendungsgebiete der Gentechnik"), ebenfalls wieder in Kleingruppen von 2-3 Schülerinnen, gut möglich. Außerdem verfügt die Software über viele Querverbindungen zum Wiederholen der Methodik, so dass alle Gruppen bei den die Fälle jeweils abschließenden Wissenstests gut bis sehr gut abschnitten. Die Vorgehensweise wurde in anderen Durchgängen je nach zur Verfügung stehender Zeit und Technik variiert, indem z.B. nur ein oder zwei Beispiele im Plenum mittels Beamer durchgespielt wurden.
Eine weitere Alternative bzw. eine vertiefende Übungsmöglichkeit vor der Klausur boten die kürzeren Fälle unter "Übungen".

Auswertung:
Bei einem Rollenspiel in Form einer fiktiven Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der unterschiedlichen Interessengruppen (Selbsthifegruppe/Elternverband, Pharma-Firma, politische Vertreter einer Ethik-Kommission, Wissenschaftler, prakt. Arzt, Journalist etc.) zu einem der Fälle (z.B.: Gendiagnose und Gentherapie beim Menschen bei angeborener Immunschwäche) wurde die Thematik wesentlich differenzierter und sachlicher als beim Einstieg diskutiert. Dies gelang auch dadurch, dass einige "Interessenverbände" bewusst mit VertreterInnen einer von ihrer Rolle abweichenden Meinung besetzt wurden und diese sich so besonders intensiv mit der Gegenposition auseinandersetzen mussten. Alternativ steht auf der CD-ROM eine animierte "Diskussion" als Gesprächsanstoß zur Verfügung ("Ethische Analyse am Beispiel Xenotransplantation").

Eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Fach Ethik war geplant, musste aber aufgrund der neuen Kurspläne beider Fächer zunächst zurückgestellt werden.

Fazit:
Das "Lernprogramm Gentechnik" ist trotz einiger Schwächen im Detail ein sehr empfehlenswertes Produkt mit einem akzeptablen Preis-Leistungsverhältnis. Das fächerübergreifende Einsatzpotential, die klare Vermittlung auch diffiziler Abläufe, der hohe "Spielanreiz", die praxisnahen Beispiele und vor allem die umfassende Betrachtung der brisanten Thematik lohnen eine Anschaffung allemal.

Beispielhafte Screenshots:

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