I. Angaben zu :

 

 

Titel des Projektes:

SchülerInnen lernen online

 

 

Schule:

Ernst-Reuter-Schule 1

Oberstufengymnasium

Hammarskjöldring 17a

60437 Frankfurt/M.

 

 

verantwortlicher Projektleitung:

Peter G. Poloczek, StD

 

Beginn der Teilnahme des Projektes:

2001

 

 

 

II. Zur Organisation

 

Während das Projekt im vergangenen Berichtszeitraum auf dem schulinternen Netz (Intranet) aufsetzte, hat es nun in Teilen seinen Weg ins Internet gefunden. Weiterhin gültig ist natürlich die Zielsetzung, den Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit zum selbstgesteuertenonline“-Lernen zu bieten. Erweitert wurde dies aber um die außerschulische Nutzungsmöglichkeit. In Zusammenarbeit mit dem hessischen Bildungsserver konnten die entsprechenden Daten und PHP-Skripte für die Online-Aufgabendatenbank ins Netz gestellt werden und sind nun über das World-Wide-Web erreichbar. Der hessische Bildungsserver stellte uns dazu die entsprechende Unterstützung über MySQL zur Verfügung – wenn auch viele gewünschte Funktionen hier nicht zur Verfügung gestellt werden. Es muss noch „Feinarbeit“ geleistet werden.

 

Die neu zu schaffende Struktur des Intranets sollte möglichst allgemein für schulische Zwecke genutzt werden können. Es waren und sind also auch Rahmenbedingungen zu beachten, die außerhalb dieses Projektes angesiedelt sind. Dies ist zum Beispiel eine weitgehend automatisierte Benutzerverwaltung, die sowohl von der Bibliotheksausleihe wie auch von einem Projekt im Bereich der Beruforientierung genutzt werden soll.

 

Ein wichtiger Punkt in der letzten Entwicklung war eine gemeinsame Fachkonferenz der Fachbereiche Mathematik unserer Schule mit der Ernst-Reuter-Schule-II – unserer „Hauptzulieferschule“, einer integrierten und integrativen Gesamtschule. Hier stellte sich recht schnell heraus, dass gerade über die Kenntnis bei uns gebräuchlicher „Aufgaben“ eine Motivation für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen in der Gesamtschule entsteht (wie sich an der Reaktion auf die bisher ins Netz gestellten Beispiele beobachten ließ), sich näher mit dem Fach Mathematik auseinander zu setzen. Auch von den Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs wurde dies als wichtige Informationsquelle angesehen.

 

 

III. Zur didaktisch-methodischen Konzeption

 

Die drei „Säulen“ des Projekts wurden weiterentwickelt und zeigen langsam, was durch ihr - noch in diesem Schuljahr projektierte - Zusammenwachsen möglich werden wird.

 

Im Zusammenhang mit dem schon weiter oben erwähnten Fachtag Mathematik wurden in dessen Vorbereitung weitere Materialien für das online-Angebot des Fachbereichs gesucht. Nach der Vorstellung einiger Beispiele in der Fachkonferenz wurde von dieser der Einsatz von Beispielen befürwortet, die ebenfalls aus dem BLK-Modellvorhaben SEMIK stammen, genauer: aus dem 1999 in Nordrhein-Westfalen gestarteten Modellversuch SelMa (Selbstlernen Mathematik (http://www.learn-line.nrw.de/angebote/selma)). Nicht nur wirkte die Vorstellung einiger Beispiele befruchtend auf die weitere Arbeit im Fachbereich, auch waren viele Beispiele für den direkten Einsatz in unserem online-Lernen-Bereich geeignet. Zurzeit werden diese in unser Angebot integriert, während sich interessierte Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs das Material auf CD im Umlauf anschauen.

 

Die Aufgabendatenbank wurde erweitert, zog in das WWW um und ist jetzt bald allgemein ansprechbar. Sie kann also sowohl von Schülerinnen und Schülern unserer Schule wie aber auch von denen anderer Schulen, die gezielt Oberstufenvorbereitung betreiben, genutzt werden.

 

Ein größeres Projekt im Informatikleistungskurs 12, welches auch auf der letzten Bundestagung vorgestellt wurde, schuf die Grundlagen für eine personenbezogene Anmeldung am Intranet und damit für alle weiteren Vorhaben, die zum Beispiel die Speicherung von Lernfortschritten, das Schaffen einer persönlichen Arbeitsumgebung und vieles mehr zum Ziel haben. Auf der Basis der Stammdaten unserer Schülerinnen und Schüler wurde in diesem Projekt ein automatisches Anmeldesystem entworfen, das die Zugangsberechtigungen zum Intranet erstellt und überprüft. Der Testlauf, der zusätzlich einen – zum einen für unsere Berufsorientierungsmaßnahmen zum anderen für die weitere Planung des Einsatz „neuer Medien“ notwendigen – Fragebogen ins Netz stellte, verlief zur vollsten Zufriedenheit. Anhang 3 stellt die Kurzbeschreibungen der Schülerinnen und Schüler aus der Projektdokumentation vor, die in dieser Form in der Schule wie auch auf der Bundestagung Ende letzten Jahres vorgestellt wurde.

 

Die Kombination dieser drei Elemente ergibt dann das angestrebte Online-Lernsystem, welches ohne übermäßigen Verwaltungsaufwand selbst gesteuertes Lernen unterstützt und eine Lernumgebung schafft, deren Flexibilität eine Anpassung an viele unterschiedliche Bedürfnisse ermöglichen wird. Speicherung von Lernfortschritten wird dann genau so möglich sein wie die Kontrolle von „besuchten“ Lerneinheiten durch Lehrerinnen und Lehrer oder das Zusammenstellen eines individuellen Lernpfades im Gesamtangebot durch die Schülerinnen und Schüler selbst.

 

 

IV. Entwicklung von Qualifikationen der beteiligten Lehrkräfte und SchülerInnen

 

Etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler besucht in der Ernst-Reuter-Schule 1den Informatikunterricht in Klasse 11. Beim Erarbeiten eines Konzeptes für das erste Halbjahr berücksichtigten wir, dass diese SchülerInnen mit sehr unterschiedlichen Vorerfahrungen von den mehr als 30 Schulen aus Frankfurt und Umgebung kommen. Das hierauf aufbauende und schon im letzten Bericht geschilderte Konzept, durch den Informatikunterricht in 11/I Multiplikatoren für „Medienkompetenz“ zu „entwickeln“, hat sich als tragfähig erwiesen. Von der Schüler-(Innen)-vertretung kam nun der Wunsch, zusätzliche Kurse aus dem Bereich der Nutzung von Anwendersoftware und der neuen Medien überhaupt für Schülerinnen und Schüler anzubieten, die bisher – aus welchem Grund auch immer – keine Möglichkeit dazu hatten, sich hier zu bilden. Über Schülerinnen und Schüler aus den 13. Klassen soll dies versucht werden. Ziel ist es, eine Grundlage für die Nutzung des schulinternen Wissenszentrums mit all seinen online-Möglichkeiten zu schaffen.

 

Schulinterne Fortbildung hat im Kreis des Kollegiums eine lange Tradition, so dass immer wieder - auch in kleinem Kreis - schwerpunktmäßig Veranstaltungen stattfinden. Weiterhin wurde das Instrument der Fachkonferenzen in letzter Zeit häufiger benutzt, um bestimmte Informationen zielgerichtet zu vermitteln. Jede Mathematik-Fachkonferenz im Berichtszeitraum enthielt einen Tagesordnungspunkt, der sich speziell mit dem Einsatz von Mathematiksoftware oder allgemein mit dem Einsatz neuer Medien im Unterricht befasste. Auch in Zusammenarbeit mit den Organisatoren unserer Teilnahme am Projekt Infoschul wurden mehrere – teilweise verbundweite – Schulungen zu Themen durchgeführt, die im Zusammenhang mit dem hier beschriebenen Projekt stehen. Beispielhaft seien erwähnt:

-          Einsatz von Derive und anderer Mathematik-Software im Unterricht

-          Geometriesysteme

-          Stochastik-Unterricht unter Einsatz neuen Medien

-          Wissenszentrum – was ist das?

-          Einrichtung und Konfiguration von Linux-Servern für ein Intranet

-          Installation von Apache und Samba für das Intranet

Weiterhin konnten die Mitglieder unseres Kollegiums an Schulungen anderer Verbundschulen teilnehmen – was reichlich genutzt wurde.

Aktuell wurde – begründet durch die Einsicht, dass ausreichende Kenntnisse im Umgang mit neuen Medien für den Lehrerberuf heutzutage eine unerlässliche Qualifikation sind, - eine Intel-lehren-Maßnahme an unserer Schule begonnen. An diesem – auf 40 Stunden angelegten und mit der Pflicht zu einer Abschlussarbeit versehenen – Kurs nehmen 23 Lehrerinnen und Lehrer teil: das sind etwa 40 Prozent unseres Kollegiums.

 

 

V. Erfahrungen und Ergebnisse zum Schwerpunkt „Schulentwicklung“

 

In einer der letzten Gesamtkonferenzen wurde der derzeitige Stand des Projekts unter Darstellung der nun vorhandenen Möglichkeiten dem Kollegium vorgestellt. Überhaupt ist die permanente Einbindung aller Gremien der Schulgemeinde schon immer ein wichtiger Aspekt der Arbeit in diesem Projekt gewesen – eine Vorgehensweise, die immer mehr Früchte trägt.

In dem im Laufe des letzten Jahres entwickelten Schulprogramm der Ernst-Reuter-Schule 1 finden sich Bemerkungen zum Einsatz neue Medien an den verschiedensten Stellen. Schon in der Präambel werden mit den zentralen schulischen Aufgaben „kompensatorische Unterrichtsarbeit“ sowie „Entfaltung von selbständigem verantwortungsvollem Handeln“ zwei auch in diesem Projekt angestrebte Zielsetzungen wieder gegeben. In dem im Anhang 2 abgedruckten Inhaltsverzeichnisses sind die elf Kapitel, die sich mit der Nutzung neuer Medien befassen, kursiv gedruckt. Damit wird die erfolgte Durchdringung des schulischen Alltags mit den „neuen Lernwelten“ eindrucksvoll dokumentiert. Einige – zur Veröffentlichung geeignete – Kapitel des Schulprogramms, das 2002 verabschiedet wurde, sind dem Inhaltsverzeichnis beigefügt

 

 

 

VII. Stand der Projektarbeit im Hinblick auf die Ziele des BLK-Modell­vorhabens und Vorschläge zur Veränderung

 

Eine aktuelle Umfrage bei den Fachbereichen sorgte dafür, dass im Bereich des Intra- sowie Internets eine umfangreiche Sammlung von Lerneinheiten in Form einer übersichtlichen thematisch geordneten Linksammlung zur Verfügung steht. Der Zugang zur „Aufgabendatenbank“ ist nun von jedem beliebigen Rechner – auch von zu Hause aus - gegeben. Im zweiten Schulhalbjahr findet ein Projekttag „Neue Medien“ statt (Programmentwurf im Anhang 4) – der hierzu in einer Gesamtkonferenz im November gestellte Antrag wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Im Prinzip akzeptiert das Kollegium der Ernst-Reuter-Schule 1 die Arbeit mit neuen Medien, und die meisten KollegInnen setzen sie in irgendeiner Form im Unterricht ein. Ein immer größer werdendes Problem ist die mangelnde Verfügbarkeit von Beamern. Hat ein Kurs die Möglichkeit, in einem mit Computern und Projektionsmöglichkeiten ausgestatteten Raum zu arbeiten, werden diese Medien viel häufiger genutzt, als in einem „normalen“ Klassenraum, in dem in unserer Schule im allgemeinen jeweils ein PC zur Verfügung steht (in einigen Klassen werden Konfigurationen mit 2 oder 4 Rechnern getestet). Über „Medienstationen“ im Sinne von fahrbaren Einheiten von Computer (vorzugsweise Laptop) und Beamern, angesiedelt in den einzelnen Stockwerken, denken wir nach.

 

 

 

25.1.2003, P.G.Poloczek